European Master Games 2019 in Turin

Andreas Heinrich wird Vize-Meister bei den Masters in Turin

2 x Edelmetall für den Schwenninger Karateka bei den European Master Games.

Alle vier Jahre finden die EMG, die European Master Games statt. Austragungsort in diesem Jahr war vom 26. Juli bis 4. August das italienische Turin. Hier traf sich alles was Rang und Namen hat und altersmäßig nicht mehr zur Leistungsklasse gehört. Unter den vielen Sportarten die ihre Europameister in den unterschiedlichen Altersklassen ermitteln, war am 30. und 31.07. auch Karate vertreten. Eine kleine aber feine Delegation unter der Leitung von KVBW-Kampfrichtereferent Günter Schleicher aus Karlsruhe, hatte sich bereits montags auf den Weg gemacht, darunter auch Andreas Heinrich vom Bushido Schwenningen. Heinrich hatte für beide Disziplinen, Kata (Vorführform) und Kumite (Freikampf) gemeldet und durfte somit an beiden Tagen antreten. Erwartungsgemäß sahen sich die Baden-Württemberger einer Übermacht einheimischer Karateka gegenüber und die Tatsache, dass ausschließlich italienische Kampfrichter zum Einsatz kamen , machte die Angelegenheit nicht einfacher. Am Dienstag den 30.07. starteten die Katadisziplinen und der Schwenninger Cheftrainer durfte in seiner Altersklasse (56- 60 Jahre) gleich in der zweiten Begegnung antreten, natürlich gegen einen einheimischen Karateka. Andreas Heinrich entschied sich in der ersten Runde für die Kata Enpi und gewann damit 3:2 knapp und verdient den ersten Durchgang. Ausgetragen wurden diese Europameisterschaften , bei tropischen Temperaturen, im alten Flaggensystem. In der nächsten Runde konnte  Heinrich seinen Gegner glatt mit 5:0 mit der Kata Goshu Shio Sho aus dem Wettbewerb werfen und stand damit im Halbfinale. Sein französischer Kontrahent wählte Goshu shio sho und Heinrich zog die Kata Kankusho Sho, da eine Wiederholung einer bereits gezeigten Kata in dieser Altersklasse nicht erlaubt ist. Trotz guter Performance konnte er den Franzosen nicht bezwingen und zog somit in die Trostrunde ein. Kurios war, dass der andere Halbpool aus seiner Gruppe durch Disqualifikation beider Athleten ausgeschieden war. Beiden Athleten war jeweils ein Formfehler unterlaufen , so dass nach geltendem Reglement beide Karateka disqualifiziert werden mussten. Eine Situation die so gut wie nie eintrifft. Damit erreichte den Schwenninger die Information , dass er kampflos die Trostrunde gewonnen habe. Einige Minuten später, quasi schon halb unter der Dusche wurde  er dann doch wieder für die Trostrunde aufgerufen und musste völlig überraschend und natürlich unvorbereitet noch einmal antreten. Kurzerhand entschied sich der Schwenninger für die Kata Sochin und in dieser merkwürdigen Situation machte sich die Mentaltrainerausbildung von Heinrich  bezahlt, er behielt die Ruhe und den Focus und konnte auch diesem italienischen Gegner das Heimrecht abluchsen. Das bedeutete die Bronze-Medaille für Andreas. Damit war der erste Wettkampftag zu Ende. Regeneration und Einstimmung für Tag 2 , das Kumite, war nun angesagt. Auch am 2. Wettkampftag galt es mindestens 3 Runden zu überstehen um die Podestplätze zu erreichen. Im Verlaufe des Turniers traf Bushidos Cheftrainer im Viertelfinale dann wieder einmal auf einen italienischen Kämpfer den er allerdings gleich mit 8:0 aus dem Rennen warf und auch im Halbfinale hatte sein italienischer Gegner mit einem glatten 4: 0 das Nachsehen. Damit stand  Heinrich sensationell im Finale der European Master Games. Bemerkenswert war, dass er dabei alle Vorrundenkämpfe ohne Gegentreffer gewonnen hatte. Der abendliche Finalkampf wurde vom italienischen Gegner sehr hart geführt, mehrfach mußte der Kampf unterbrochen werden und Heinrich bedurfte  ärztlicher Behandlung. Trotzdem gelang es ihm bis kurz vor Schluss den Kampf offen zu halten. Wenige Sekunden vor Schluss stand es 1:1. Da der Deutsche den ersten Punkt gemacht hatte, hatte er Senchu (Vorteil des ersten Punktes) und hätte somit gewonnen gehabt. Leider sahen es die Kampfrichter anders und sprachen dem einheimischen Karateka noch eine mehr als umstrittene Wertung nach dem Schlusspfiff zu, so dass Heinrich dann mit 2:1 unterlag. Am Ende konnte sich der Landesstützpunkttrainer aus Schwenningen trotzdem richtig freuen, wurde er doch mit 2 x Edelmetall erfolgreichster deutscher Karateka bei den European Master Games.

 

1 x Silber und  1 X Bronze bei den European Master Games

 

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